Darüber hinaus besteht Einigkeit darüber, die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile für Angestellte bis zum 30. September 2020 im Rahmen einer Verhandlungspflicht neu zu ordnen. Im ersten Quartal 2019 fanden Tarifverhandlungen im Stahl-, Flughafensicherheitssektor und im öffentlichen Sektor statt. Während die Verhandlungen von Konflikten, einschließlich zahlreicher Streiks, geprägt waren, wurden eine Reihe neuer Vereinbarungen getroffen. Die neue Vereinbarung sieht eine jährliche Lohnerhöhung zwischen 3,5 % und 9,8 % (je nach Region) für die nächsten drei Jahre vor. Die Gesamtlohnerhöhung wird zwischen 10,5 % und 26,7 % liegen. Ein Teil des Ziels der Vereinbarung ist es, das Lohnniveau in Ostdeutschland an das westdeutsche Niveau anzugleichen. [3] Details sind entscheidend: “Jahreslohn” wird oft anders verstanden, und die Definition davon hängt davon ab, für welches Unternehmen Sie arbeiten und was Sie im Arbeitsvertrag aushandeln. Viele Unternehmen zahlen zwölf Monatslohnpakete, andere gewähren ein zusätzliches 13. Gehaltspaket.

In tarifgebundenen Unternehmen gibt es auch einen Leistungsbonus – durchschnittlich vier bis 15 Prozent des Lohns je nach Tarifvertrag, sowie andere tarifliche Leistungen wie Urlaubsgeld, Sonderzahlungen (Weihnachtsbonus) und Beiträge zur Mitarbeiterkapitalbildung. Darüber hinaus können “freiwillige Boni” gezahlt werden. Diese sollten jedoch schriftlich festgehalten und – bei variablen Boni – so genau wie möglich formuliert werden. Grundsätzlich können Arbeitsverträge frei ausgehandelt werden. Allerdings sind gesetzliche Mindestbedingungen zu beachten. Unternehmensregelungen sind in der Regel besser – vor allem, wenn sie in Tarifverträgen festgelegt sind (siehe Tabelle links). Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise einen Tarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen hat, gelten ab sofort sechs statt der gesetzlichen vier Wochen – im Einklang mit dem Tarifvertrag. Fußnoten BDI (2019), Quartalsbericht Deutschland I/2019 , 11. März. IG Metall (2019), Stahlwerker erhalten 3,7 Prozent mehr Geld , 17. März.

Ver.di (2019), Erster bundesweiter Entgelt für Luftsicherheitskräfte , 24. Januar. Der Mitteldeutsche Rundfunk (2019) wird Verdi am 18. Februar für Flughafen-Sicherheitskräfte nachverhandeln gewinnen. BDLS (2019), Tarifvertrag endlich unterzeichnet – Endlich höhere Löhne für Luftsicherheitskräfte , 12. April. Rheinische Post (2019), Tarifverhandlungen der Länder: CDU-Haushaltspolitiker mahnt zur Mäßigung , 22. Januar.

ver.di (2019), Tarif- und Besoldungsrunde mit der Tarifgemeinschaft der Länder. 380 Euro auf einen Schlag , 2. März. BDA (2019), Stellungnahme zum Entwurf zum Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruf-lichen Bildung , 8. Januar. DGB (2019), Ausbildung: 635 Euro im ersten Jahr , 12. Februar. Trotz der aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft ist der Arbeitsmarkt weiterhin stabil. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Februar auf 2,37 Millionen (173.000 weniger Arbeitslose als im Februar 2018), während die Zahl der Erwerbstätigen auf 44,79 Millionen stieg (477.000 mehr Erwerbstätige als im Februar 2018).

Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2019 bei 5,3%. Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) hat im März 2019 einen neuen Tarifvertrag in der Stahlindustrie vereinbart, von dem rund 72.000 Beschäftigte betroffen sein werden. [2] Die neue Vereinbarung hat eine Längszeit von 26 Monaten und umfasst: Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnt den Plan der Regierung mit der Begründung ab, sie greife in den Grundsatz der freien Tarifverhandlungen ein und stelle die Kompetenz der Sozialpartner in Frage. Darüber hinaus ist der BDA der Ansicht, dass ein Mindestlohn die Zukunft der Berufsausbildung in schwächeren Wirtschaftssektoren und Regionen gefährden könnte. [8] Geltungsbereich: Der hauseigene Tarifvertrag der Volkswagen AG gilt für knapp 120.000 Mitarbeiter in den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie der Volkswagen Financial Services AG.

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